Habilitation

Laufende Habilitationsprojekte

Dr. Elia Hernández Socas
Lexikalische Präfixübereinstimmungen im europäischen Kontext am Beispiel von ablativen Präfixeinheiten (im Altgriechischen, Lateinischen, den iberoromanischen Sprachen und Deutschen)

Ziel der Habilitationsschrift ist ein kontrastiver Sprachvergleich von Präfixderivaten aus semantischer Sicht. Die Untersuchungssprachen sind die so genannten klassischen Sprachen, d.h. Altgriechisch und Lateinisch, die iberoromanischen Sprachen und die deutsche Sprache. Aufgrund der gemeinsamen Zugehörigkeit zur indoeuropäischen Sprachfamilie und der teilweise gemeinsam beschrittenen Wege des Wissens- und Kulturtransfers ist die Zahl der morphosemantischen Ähnlichkeiten im Alltags- und Fachwortschatz der erwähnten Sprachen auffällig hoch. Dabei hat sich die Präfixderivation als einer der sprachlichen Bereiche erwiesen, in dem die Gemeinsamkeiten und Unterschiede immer wieder das Interesse der Fachliteratur ­– besonders aus typologischer Sicht – geweckt haben.
In der Arbeit soll untersucht werden,
a) welche Rolle die Präfixderivation aus semantischer Sicht in den Untersuchungssprachen auf Grundlage der theoretischen Arbeiten und der hierbei angestrebten Analyse spielt,
b) welche Ähnlichkeiten und Unterschiede die lexikalischen Präfixbildungen aufweisen,
c) welche Präfixkorrespondenzen bzw. -divergenzen interlingual festgelegt werden können und
d) auf welcher Bedeutungsebene die Übereinstimmungen festzustellen sind.
Zuletzt wird untersucht, welche Faktoren beim Wissens- und Kulturtransfer dazu beigetragen haben, Berührungspunkte oder Lücken in der Herausbildung der Lexik in den jeweiligen Sprachen zu schaffen. Den theoretischen und methodologischen Hintergrund der Habilitationsschrift bilden das am IALT von Wotjak (2006) konzipierte Beschreibungsmodell lexikalischer Einheiten in kontrastiver Hinsicht und der methodologischen Beschreibungsansatz von Hernández Arocha (2013).

Dr. Marcello Giugliano
Das Bild der Vereinigten Staaten in den kastilischen und katalanischen Kulturen im 20. und 21. Jahrhundert: das Zusammenbringen von Imagologie und Translatologie

In meinem Projekt untersuche ich den Beitrag der spanischen und katalanischen ÜbersetzerInnen zur Schaffung des Bilds der Vereinigten Staaten in Spanien im 20. und 21. Jahrhundert. Der Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Überlegung ist die Erfolgsgeschichte der italienischen Americanisti, die ab den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die zeitgenössische nordamerikanische Literatur mit ihren Übersetzungen nach Italien brachten. Das Bild der Vereinigten Staaten dient als hermeneutisches Mittel für die Interpretation und Analyse des ideologischen und soziologischen Hintergrunds der ÜbersetzerInnen (die häufig selbst Schriftsteller waren) und für die Beschreibung ihrer Darstellung nationaler Identität. Der diachrone Ansatz erlaubt es mir, Veränderungen des Fremdbilds aufzunehmen und zu erklären. Diesem Ansatz liegt die Annahme der fiktiven Konstruktion der nationalen Identität zugrunde.
Das Projekt kombiniert translatologische und imagologische Ansätze. Die Relevanz dieser Kombination wurde schon von Van Doorslar et al. (2016: 3) betont: "there is a sound basis for cross-fertilization between Translation Studies and Imagology". Die Forschung des Fremdbildes der Vereinigten Staaten in Spanien und Katalonien ist trotzt der politischen und soziokulturellen Bedeutung der Beziehung zwischen den drei Kulturen im 20. und 21. Jahrhundert noch relativ wenig untersucht worden. In dieser Hinsicht leistet das Projekt einen Beitrag zur Beschreibung des kollektiven Bildes, das die beiden Zielkulturen von den Vereinigten Staaten haben, und zu den ideologischen Implikationen innerhalb der kastilischen und katalanischen Übersetzungsgeschichte.
Doorslaer, Luc van, Flynn, Peter & Leerssen Joep, eds. 2016. Interconnecting Translation Studies and Imagology. Amsterdam: John Benjamins.

Abgeschlossene Habilitationen

Holger Siever (2009)
Übersetzen und Interpretation. Die Herausbildung der Übersetzungswissenschaft als eigenständige wissenschaftliche Disziplin im deutschen Sprachraum von 1960 bis 2000

Heike Jüngst (2007)
Information Comics: Knowledge Transfer in a Popular Format

Irena Vassileva (2006)
Author - Audience Interaction: A Cross-Cultural Perspective

Brigitte Horn-Helf (2006)
Konventionen technischer Kommunikation. Makro- und mikrokulturelle Kontraste in Anleitungen

Susanne Göpferich (2001)
Fachbezogene Textproduktion für das Zeitalter der Globalisierung: Entwicklung einer Didaktik des Wissenstransfers

Ines Busch-Lauer (2000)
Fachtexte im Kontrast: Eine linguistische Analyse zu den Kommunikationsbereichen Medizin und Linguistik

 

 

letzte Änderung: 15.08.2017